Denkerei
Oranienplatz 2
10999 Berlin
Telefon (030) 61671001
info@denkerei-berlin.de

 
Denkerei/Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen  • Außenansicht. Gestaltung: Adler & Schmidt, Berlin 2011
Formel für das poetische Ideal nach Friedrich Schlegel  • 1/0 steht für „unendlich groß“; F=Fantastik, S=Sentimentalität und M=Mimik. Gestaltung: Adler & Schmit, Berlin 2011
"Notrufsäule Bazon Brock" im Institut für theoretische Kunst, Universaltheorie und Prognostik • Konzept der Notrufsäule: Bazon Brock; Ausführung: Steffen Peter, 2011.
Fensterbeschriftung: Adler & Schmidt, Berlin 2011

Gründung der Denkerei

Am 3. Dezember 2011 eröffnete die von Bazon Brock gegründete Denkerei mit dem Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand. Monatlich finden Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Gesellschaft mit wechselnden Gästen statt (bis Juni 2013 in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg). Die Denkerei plant darüberhinaus, vermehrt gemeinsame Aktionen mit lokalen Kreuzberger Initiativen und Projekten umzusetzen.

Weitere Informationen

Unlösbare Probleme diskutieren

Die souveräne Leistung einer Gesellschaft kann nur darin bestehen, den Normalfall zu garantieren. • Bazon Brock, Lustmarsch, 2006 © QART Büro für Gestaltung, 2011

Das Ende kommt! Kommt das Ende der Denkerei nach 7 1/2 Jahren am Oranienplatz 2?

Unser Vermieter verlängert den Mietvertrag der Denkerei in seinen Räumen nicht.

Die Berliner Zeitung berichtete am 23.10.2018: „Gentrifizierung am Oranienplatz. Münchener Millionär kündigt der Denkerei“ https://bit.ly/2CDOt4q

Am 7. September 2018 sah die Zukunft noch rosig aus, wie im Frühjahr 2018 in München vereinbart. Am 5. September 2018 reichten wir wunschgemäß unser Programm für 2019 ein und erhielten zwei Tage später die Ankündigung des Endes. Allerdings mit der generösen Zusage, dass wir bis zum Auszugstermin Ende April 2019 kostenlos den Denkraum beleben dürften.

Das Ende kommt, wenn wir nicht bis dahin neue Räume für die Denkerei finden.

Das Büro können wir andernorts unterbringen, aber wo in Kreuzberg werden wir unsere Veranstaltungen präsentieren können?

Jedem Vorschlag werden wir dankbar nachgehen.
Einzige Bedingungen: Es müssten 120 Personen Platz finden, eine Projektionsfläche sollte zur Verfügung stehen und gute Durchlüftung muss gewährleistet sein.

Warum unbedingt Kreuzberg?
Weil alle Kreuzberge, historisch Golgatha genannt, die entscheidenden Ereignisorte, also Leidensorte der Geschichte waren und sind.
Gelitten wird nicht in Palästen, Parlamenten, Generalstabsquartieren und Chefetagen, gelitten wird in prekären Beschäftigungsverhältnissen und auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Gelitten wird also in Kreuzberg.

Und der einzige Gegenstand des Nachdenkens ist die Minderung des Leidens in der Orientierung auf Gerechtigkeit. Mehr braucht es nicht, um zu philosophieren oder zu theatralisieren oder zu künstlern.

Seid bedankt, die ihr denken wollt – nachdenken, vorausdenken.

Für die Denkerei
Marina Sawall und Bazon Brock

Nächste Veranstaltungen

Donnerstag, 22.11.2018, 19:00 Uhr
Berlin

Denkerei mobil: Die gute Unendlichkeit
Mit Bazon Brock, Hannes Langbein, Matthias Loerbroks und Joachim von Soosten

Dienstag, 27.11.2018, 18:30 Uhr
Berlin

Fridhelm Klein: 1000 Tageszeichnungen und der sterbende Kunsthund
Ausstellung vom 27.11.-14.12.2018 / Eröffnung mit Vorträgen von Bazon Brock und Ulrich Heinen

Mittwoch, 28.11.2018, 16:00 Uhr
Berlin

Tageszeichnungen – die denkende und träumende Hand
Workshop mit Fridhelm Klein

Denkerei mobil in der Schweiz vom 13.-17. Mai 2018

Im Mai 2018 reist die Denkerei mobil in die Schweiz, genauer nach Zürich und Winterthur.

Am 13. Mai 2018 um 14 Uhr begeben sich die Künstlerin Una Szeemann und Bazon Brock auf eine „Kunstpartie“ in die Kunsthalle Winterthur: www.denkerei-berlin.de/kalender/?id=1277

An den drei Abenden vom 14.-16. Mai 2018 werden in der Villa Flora in Winterthur öffentliche Vorträge und Diskussionen zu Kunstreligion, Kunsttheorie, Film & Psychoanalyse mit Bazon Brock, dem Künstler Martin Schwarz und dem Filmwissenschaftler Johannes Binotto stattfinden: www.denkerei-berlin.de/kalender/?id=1273

Am 17. Mai 2018 macht die Denkerei im KOSMOS Zürich Station, wo Bazon Brock im Buchsalon von 15-17 Uhr Sprechstunden geben und am Abend ab 19 Uhr über den „Sinn der Kunst“ diskutieren wird anlässlich der Präsentation der aktuellen Ausgabe des Kunstforum International: www.denkerei-berlin.de/kalender/?id=1278

Ausstellung: Silke Rehberg „Schlafende“ (2.05.-9.02.2018)

Größtes Mirakel:
Die alten Griechen behaupteten,
Götter schliefen nicht.

Nachdem in der Denkerei 2012 die Ausstellung zu den „12 Grundformen des verlassenen Bettes“ stattfand, haben wir am 2. Mai 2017 die Ausstellung „Schlafende“ eröffnet. Die Künstlerin Silke Rehberg hat dafür ein Fries aus Keramik entworfen, das an den Wänden der Denkerei zehn Schlafende in verschiedenen Haltungen zeigen wird.

Öffnungszeiten & Rahmenprogramm unter: http://www.denkerei-berlin.de/kalender/?id=1233

Silke Rehberg: Schlafende • gebrannter Ton, engobiert, glasiert und pigmentiert, 77 x 138 x 19 cm, 2015

Neuestes zu Bazon Brock

1. Knapp 60 Jahre ist es her, seit er vergeblich von Zoodirektoren forderte, in ihre Primatenabteilungen aufgenommen zu werden, da ja weltweit Menschen zum Abschuss freigegeben worden sind und auf roten Listen geführt werden. Nun darf er triumphieren, denn der Londoner Zoo genehmigte endgültig die Aufnahme eines Menschheitsvertreters in die Primatenabteilung und Bazon Brock gewann den Lookalike-Wettbewerb zu Ehren der bedrohten Orang-Utans. Er wurde als beste menschliche Verkörperung von Wesen und Erscheinung eines Orang-Utans von der Evolution ausgezeichnet. Nachprüfung jederzeit auf Anmeldung.

2. Im hohen Alter begründet nun Bazon Brock eine völlig neue Wissenschaftsunterdisziplin, nämlich die „Achselhöhlenforschung“. Die Fruchtbarkeit seines Ansatzes demonstriertre bereits am 11. Juli 2017 das geniale Forscherpaar Nadia Koch und Thomas Schirren aus Salzburg innerhalb ihres Vortrags über die antike Strategie der Dietätik „Learning by Dying“. Feiern Sie mit uns in der Denkerei derartige Freudenfeste am laufenden Band!

Sensation bei Nekes-Ehrung in der Denkerei

Zur Gedächtnisfeier für den jüngst verstorbenen Werner Nekes am Samstag, den 25. März 2017 erschien auch Prof. Dr. Horst Bredekamp und erklärte, dass in die Konzeption des Humboldt Forums die kulturwissenschaftlichen Forschungsergebnisse von Werner Nekes aufgenommen worden seien: „Das haben wir längst“. Der Überraschung im Auditorium entsprach die Freude über ein derart umfassendes Konzept für das Humboldt Forum.

Der Kulturhistoriker Nekes sammelte die ältesten noch erhaltenen technischen Bildgebungsinstrumente. Mit seinem Werk als moderner Lichtbildkünstler (Film als Lichteratur) stellte er experimentell die uns nicht erhaltenen möglichen Anwendungsresultate der alten Bildtechniken her. Deswegen konnte er behaupten, seine Arbeit als Künstler sei mindestens 400 Jahre alt.

Warum ist das so eine grandiose Leistung? In Kürze: Wir kennen beispielsweise den Parthenon-Tempel auf der Akropolis, wissen aber bis heute nicht annähernd, wie man ihn von 460-445 v. Chr., also in einem sehr kurzen Zeitraum, erschaffen konnte. Bei den Geräten aus der Sammlung Nekes haben wir das technische Handwerkszeug, wissen aber nichts über die Resultate von dessen Anwendung. Aber es gibt Hinweise: so haben beispielsweise analphabetische Teppichweberinnen bereits vor 500 Jahren Bildkonzepte erreicht, denen erst Mitte des 20. Jahrhunderts von akademisch ausgebildeten Malern entsprochen werden konnte.

Wie sind derartige Übereinstimmungen von kollektiven Arbeitsprozessen mit denen hoch entwickelter Künstlerindividualitäten zu erklären? Die Antwort lautet: Erst die Arbeit der modernen Künstler ermöglicht es uns, rückwirkend die Zeugnisse kollektiver Arbeitskulturen zu würdigen. Werner Nekes hat entscheidend dazu beigetragen, erkennen und anerkennen zu können, dass historisch frühere Kulturen nicht nur generell, sondern auch im Speziellen der Hochleistungstechnik es mit den gloriosen Resultaten unserer Gegenwart aufnehmen konnten. Es gibt keinen Fortschritt in der Entwicklung der Kulturen. Alle Kulturen aller Zeiten haben immer schon das volle Potenzial der menschlichen Möglichkeiten, wenn auch in je unterschiedlicher Weise, entfaltet. Das anzunehmen ist zwingend, da wir inzwischen wissen, dass die Menschen seit mindestens 35.000 Jahren in jeder Hinsicht die gleichen waren wie wir es heute sind.

Bazon Brock, Berlin am 27.03.2017

Geschichte des Action Teaching

Nachdem die Ausstellung "Beuys Brock Vostell. Aktion Demonstration Performance" im ZKM Karlsruhe beendet ist, sind in der Denkerei einige der Exponate ab 22.01.2015 während der Veranstaltungen sowie nach Voranmeldung zu sehen!

Literaturbleche

Publikationen

Aus den Denkerei-Veranstaltungen in Kooperation mit der Universität Klagenfurt sind zwei Publikationen hervorgegangen, zu beziehen über die Denkerei oder den Buchhandel:

Unlösbare Probleme. Warum Gesellschaften kollabieren. Hrsg. von Arno Bammé. München 2013.

Schöpfer der zweiten Natur. Der Mensch im Anthropozän. Hrsg. von Arno Bammé. Marburg 2014.

Publikationen Denkerei

The Avantgarde Diaries zu Gast in der Denkerei

Video ansehen unter: https://vimeo.com/50616349

Avantgarde Diaries: Deceleration of Time • Susanna Kraus & Bazon Brock (Filmstill)